Deutscher Gewerkschaftsbund

15.03.2019

Berichte und Bilder der Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag in der Region Oberbayern

WIR FÜR EIN SOZIALES EUROPA ist das Motto der Frauen im Deutschen Gewerkschaftsbund für den Internationalen Frauentag 2019

 

Die Gleichstellung von Frauen und Männern gehört von Anfang an zu den Grundwerten der Europäischen Union. Die Frauen im Deutschen Gewerkschaftsbund sind überzeugt: Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung. Sie ist vor allem eine Frage der Gerechtigkeit! Wir brauchen ein soziales und gerechtes EUROPA! 

 

In der DGB Region Oberbayern haben die Gewerkschaftsfrauen rund um den Internationalen Frauentag zu unterschiedlichen und vielfältigen Veranstaltungen eingeladen und über 600 Gäste begrüßen können.

Immer mit dem Aufruf:

Europawahl: Geht wählen!

Stärkt mit eurer Stimme die demokratischen Kräfte!

Für ein politisch vereintes, demokratisches, wirtschaftlich starkes und sozial gerechtes Europa.

 

 

Berichte und Bilder der Veranstaltungen:

 

Traunreut, 7. März 2019

Die DGB Frauengruppe Traunstein hat anlässlich des Internationalen Frauentages zu einem Kabarettabend in die Theaterfabrik Traunreut eingeladen. Claudia Sebrak, die Vorsitzende der Frauengruppe, begrüßte die vielen Frauen und einige Männer und stellte die Forderungen der Gewerkschaftsfrauen zum Internationalen Frauentag vor. Ihr Aufruf: „Geht am 26. Mai wählen! Stärkt die demokratischen Kräfte! Für ein politisch vereintes, demokratisches, wirtschaftlich starkes und sozial gerechtes Europa. Für eine gute Zukunft für Frauen und Männer“.

Sehr humorvoll stellte die Kabarettistin Heike Sauer alias Marlies Blume gleich am Anfang in ihrem Stück „Zur Sache Frau!“ klar, dass mit dem Geschlechtervergleich „etwas nicht stimmt“. Sie rief alle anwesenden Damen auf, sich nicht zu ducken, sondern sich aufzurichten. Nicht den Kopf einzuziehen, sondern selbstbewusst die eigene Meinung zu vertreten.

„Wir dürfen die Männer bei wichtigen Entscheidungen nicht allein lassen. Woher sollen die wissen, was uns wichtig ist?“ rief sie dem Publikum zu. Der aktuelle Bundestag ist der männlichste seit 30 Jahren, da ist es nur logisch, dass Frauenthemen keine große Rolle spielen. „Frauen machen ja auch nur 52 Prozent der deutschen Bevölkerung aus und hätten in einer Demokratie damit die Mehrheit“, so die sarkastische Aussage von Frau Blume. Sie widerspricht dem Argument, dass Frauen keine Führungsqualitäten hätten, mit dem Hinweis, Frauen beweisen das tagtäglich bei der Führung des eigenen Haushalts. „Frauen ihr seid einzigartig, versteckt euch nicht, ihr habt etwas zu sagen! Es ist an der Zeit die Stimme zu erheben und die weibliche Sichtweise auch in die Politik zu bringen“, ermunterte sie die Zuhörerinnen. Mit selbstgedichteten Texten zu bekannten Melodien brachte die quirlige Schwäbin viel Schwung in die Theaterfabrik. Sie brachte das Publikum zum Lachen und zum Nachdenken. Dafür wurde sie mit viel Applaus und Forderungen nach Zugaben belohnt.

Von den DGB Frauen wurde am Anfang der Veranstaltung ein Fragebogen mit vier Fragen zu den Errungenschaften der Frauen verteilt. Für die richtige Beantwortung wurden drei Preise ausgelost. Die IG Metall Rosenheim hat spontan ein Projekt „365 Frauentage im Jahr“ ins Leben gerufen. Ab sofort soll auf der Homepage der IGM und auf Facebook jeden Tag ein Foto von einer Frau gezeigt werden zusammen mit der Aussage, was ihr ‚eine Herzenssache‘ ist.

 

Fotos Traunreut

 

 

Burghausen, 8. März 2019 

Die politische Botschaft zum Internationalen Frauentag wurde durch Heidi Stefan-Brenner (DGB Frauen) und Sabine Krause-Lackerbauer (SPD Frauen) in Dialogform vorgetragen. Die Forderungen „Gleichstellung von Frauen und Männern“, „Arbeitszeit-, Gehalts- und Rentenlücke schließen“, „Geschlechterparität in der Politik“, „mehr Balance zwischen Beruf und Familie“, „faire Chancen für ein selbstbestimmtes Leben – auch im Alter“ und „Zeit für mehr Menschlichkeit in der Pflege“ wurden gleichzeitig auf Plakaten festgehalten.

Dann übernahm Pflegekraft Klitscherowa (Kabarettistin Christine Rothacker) sehr temperamentvoll mit ihrem Programm „PFLEGE FÜR ALLE – betreutes Kabarett“. Sehr humorvoll aber auch Stoff zum Nachdenken für die vielen Gäste im Saal des Bürgerhauses in Burghausen. Sie gab als polnische Alten- und Angehörigenpflegerin tiefgreifende Einblicke in den Pflegenotstand in Deutschland. Hoch konzentriert verstand die Künstlerin im schnellen Wechsel in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Von der Patientin zur Angehörigen und wieder zur Pflegerin. Bei mancher Bemerkung blieb den Gästen das Lachen im Halse stecken. Mit zum Thema passenden, von Christine Rothacker selbstgetexteten Liedern zu bekannten Schlagermelodien, wurde die Stimmung immer wieder gesteigert. Dafür wurde sie auch mit viel Applaus belohnt.

 

Burghausen, 13. März 2019 Filmabend

Beim traditionellen zusätzlichen Filmabend hatten die Veranstalterinnen mit der Auswahl des Films „Hidden Figures“ mit viel Interesse geweckt. Der Gartensaal war so voll, dass die Bestuhlung nicht ausreichte. Der Film erzählt sehr eindrucksvoll von drei afroamerikanischen Mathematikerinnen, die maßgeblich am Mercury- und Apollo-Programm der NASA beteiligt waren, ohne für ihre Leistungen Anerkennung zu erfahren.

 

 

Traunstein, 8. März 2019 

„Frauen in der Landwirtschaft – gestern und heute“ war in diesem Jahr das Thema der Veranstaltung in Traunstein. Ein breites Frauenbündnis konnte im Casino des Landratsamtes rund 100 Gäste begrüßen. Die Podiumsteilnehmerinnen stammten aus verschiedenen Generationen und aus den unterschiedlichsten Bereichen der Landwirtschaft. Angefangen bei Landwirtschaftsschülerinnen bis hin zur ehemaligen Kreisbäuerin. Diese bunte Mischung ergab eine angeregte Diskussion. Fazit der Veranstaltung war: Bäuerin ist kein Beruf, sondern eine Berufung.

Musikalisch wurde die Veranstaltung sehr schön mit volksmusikalischen Weisen von Sophia Hasenknopf (Ziach) und Barbara Stockinger (Posaune) umrahmt. 

 

 

Rosenheim, 12. März 2019 

Sie waren wieder da!  

Die DGB Frauen konnten Anita Augspurg (gespielt von Heidi Meinzolt) und Clara Zetkin (gespielt von Sabine Bollenbach) begrüßen. In einem fiktiven Streitgespräch stellten die beiden Frauenrechtlerinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ihr Leben vor. Beide haben ihr Leben lang für Frieden und Frauenrechte gekämpft. Anita Augspurg in der bürgerlichen Frauenstimmrechts- und internationalen Friedensbewegung, Clara Zetkin war Revolutionärin und sozialdemokratische, später kommunistische Politikerin. Unvergessen ihre Rede als Alterspräsidentin zur Eröffnung des Reichstages im August 1932.

Der Dialog führte stellenweise zu einem intensiven Disput über gesellschaftliche Ansätze, politische wie private Macht und unterschiedliche Frauenbilder. Er machte die Geschichte lebendig, die auch nach 100 Jahren nicht vergessen werden darf.

Beide Frauen haben sich und uns noch viel zu sagen über die Ursachen von Kriegen und wie man Gewalt und Ungerechtigkeiten vorbeugen kann. Sie appellierten an die Zuhörerinnen und Zuhörer im vollbesetzten Raum, sich politisch einzumischen, wenn der Frieden wieder in Gefahr ist, wenn Hass wieder Gewalt erzeugt und Frauen an den Rand gedrückt werden.

Nach der sich anschließenden regen Diskussion bedankte sich Christa Müller, Organisationssekretärin beim DGB, bei Frau Meinzolt und Frau Bollenbach für diesen interessanten Abend. Den Gästen gab sie noch mit auf den Weg: „Auch nach 100 Jahren müssen und werden Frauen immer noch für ihre Rechte kämpfen“! 

 

Fotos Rosenheim

 

 

Bad Reichenhall, Frauen-Matinee am 16. März 2019 

„Gemeinsam ‚fair ändern‘ wir die Welt“ lautete in diesem Jahr das Motto unter dem ein breites Bündnis zu einer Frauen-Matinée eingeladen hatte. Schirmherrin war - wie auch im letzten Jahr - die Gattin des Oberbürgermeisters, Anna Lackner. Sie hat in ihrer Eröffnungsrede darauf hingewiesen, dass Frauen nach wie vor von der Gleichberechtigung weit entfernt sind. Das gilt in der Region, in Deutschland und auch in Europa. Frauen sind häuslicher Gewalt ausgesetzt, verdienen durchschnittlich 22 % weniger als Männer in vergleichbaren Beschäftigungsverhältnissen und leiden unter mangelnder Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie. Auch im Bundestag und Landtag ist der Frauenanteil nach den letzten Wahlen wieder gesunken. Neu verhandelt werden müssen ihrer Meinung nach der Umgang mit Minderheiten, die Rollenbilder und die Emanzipation in unserer Sprache. Der Weltfrauentag schaffe dazu die nötige Aufmerksamkeit. Frau Gündisch erinnerte an starke Frauen in der Geschichte die für die Rechte der Frauen gekämpft haben. „Wer liest, denkt nach, hat eine Meinung, weicht ab und sei damit ein Gegner“ zitierte Renate Gündisch von der evangelischen Bücherei aus dem Vorwort des Buches: „Frauen die lesen sind gefährlich.“ 

Anschließend wurde zu einem internationalen Frühstück eingeladen, zu dem viele Frauen aus unterschiedlichen Ländern mit selbstgemachten Spezialitäten beigetragen hatten.

Fotos Frauenmatinée Bad Reichenhall


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