Deutscher Gewerkschaftsbund

07.12.2017

DGB Und ÖGB diskutieren grenzüberschreitend Digitalisierung

Die Jahreskonferenz des Interregionalen Gewerkschaftsrates Tirol-Salzburg-Oberösterrreich-Bayern (IGR TiSOBa) fand in diesem Jahr in Burghausen statt. Hauptthema der Konferenz war die zunehmende Digitalisierung von Arbeitswelt und Gesellschaft sowie die Herausforderungen die sich daraus ergeben. Als Gastredner konnte der Präsident des Koordinierungsausschusses der europäischen IGR beim EGB, Ricard Bellera i Kirchhoff begrüßt werden. 

Bellera i Kirchhoff ging in seiner Rede auf das Projekt eines gemeinsamen, sozialen Europa ein. Dieses wird gerade von den osteuropäischen Ländern nicht mehr so stark unterstützt. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise erleben die Menschen Kürzungen in den Staatsetats und im Arbeitsrecht. Auch der Druck auf die Tarifbindung steigt. „Wir müssen in Europa gemeinsam über die Herausforderungen sprechen und gemeinsam Lösungen entwickeln“ stellte Berela i Kirchhoff fest. Er warb für eine neue Vision für die Zukunft der Europäischen Union. Soziale Themen müssen dabei eine wichtige Rolle spielen. Gewerkschaften haben hier eine wichtige Aufgabe. „Gute Arbeit kommt deshalb in der EU auf die Tagesordnung, weil es uns als Gewerkschaften gibt“, so der europäische IGR Präsident. Die Vernetzung der Arbeitnehmervertretungen in der EU ist eine wichtige Aufgabe. Diese erfüllen die interregionalen Gewerkschaftsräte in den Grenzregionen. In ihrem Arbeitsprogramm auf europäischer Ebene setzten sich die IGR’s dafür ein, die sozialen Beziehungen unter den Ländern zu verbessern. 

Das Thema Digitalisierung wurde auf der Jahreskonferenz durch drei Vorträge näher beleuchtet. Torsten Weber, Leiter der Technologie- und Innovationsberatung des DGB Bildungswerks Bayern, sprach über das Thema Digitalisierung – eine Herausforderung für die Gewerkschaften. Er stellt die Frage „Wie werden wir in der Plattformökonomie attraktiv, um Menschen bei uns zu organisieren?“. In Deutschland versuchen die Gewerkschaften die Digitalisierung in den Betrieben zu gestalten. „Diese macht aber vor den Werkstoren nicht halt“, so Thorsten Weber. Wir müssen stärker die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen in den Blick nehmen. 

Magister Dr. Tobias Hinterseer von der wirtschaftspolitischen Abteilung der Arbeiterkammer Salzburg überschrieb sein Referat mit „Industrie 4.0 - ein Hype auf Speed“. Für ihn sind die Herausforderungen im Rahmen der Digitalisierung nicht neu. Wir dürfen bei den Entwicklungen aber nicht nur „Passagiere“ sein. Dr. Hinterseer: „ Für die Industrie ist die Digitalisierung lohnend“. Sie versucht dabei sogenannte Sachzwänge aufzubauen. Digitalisierung bietet aber auch die Möglichkeit zur Emanzipation der Menschen. „Die Zukunft ist gestaltbar“, warb Tobias Hinterseer. 

Die Frage „Was bedeutet die Digitalisierung für die ältere Generation?“ beleuchtete Magister Christine Pertele. Die Landespensionistenvorsitzende des ÖGB Salzburg stellte unter dem Schlagwort „Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern wie du alt bist“ verschiedene Ergebnisse von Studien zur Nutzung digitaler Medien vor. Als zentrales Ergebnis forderte Christine Pertele ein „ problembewusstes, proaktives Handeln des Staates bei der Förderung der Internetkompetenz Älterer“. 

In einem anschließenden „Worldcafe“ diskutierten die Konferenzteilnehmer die gehörten Vorträge und entwickelten gemeinsam Forderungen und Lösungsansätze.

 

DGB und ÖGB Digitalisierung

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