Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 47 - 08.10.2018

DGB Altötting im Gespräch mit Bürgermeister und Landtagskandidat Johann Krichenbauer

Zeichen setzen für gute Arbeit

Der DGB Kreisverband Altötting hatte auf seiner letzten Vorstandssitzung den 1. Bürgermeister von Burgkirchen a.d. Alz und Landtagskandidaten der Freien Wähler, Johann Krichenbauer, zu Gast. Die Vorstandsmitglieder diskutierten mit dem Abgeordneten über die aktuelle Landespolitik aus Sicht von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. „Gute Bildung, sichere Arbeitsplätze und bezahlbarer Wohnraum werden für die Beschäftigten aus unserer Region immer wichtiger“, so der stellvertretenden DGB Kreisverbandsvorsitzende Daniel Berger. Der DGB im Landkreis Altötting will sich dazu aktiv im Vorfeld der Landtagswahlen Zeichen setzen. 

Für den DGB Regionsgeschäftsführer Günter Zellner sind sichere und gute Arbeitsbedingungen wichtig, damit die Menschen ihr Leben gestalten können. „Gute Produkte und Dienstleistungen gibt es nur mit guten Arbeitsbedingungen“, stellte Günter Zellner fest. Johann Krichenbauer, der selbst am Anfang seines Berufslebens als Krankenpfleger beschäftigt war, ging in diesem Zusammenhang auf den Pflegebereich ein. Ihn stört es, dass „wegen der Bezahlung keine ordentliche Pflege mehr sichergestellt werden kann“. Für Krichenbauer gibt es einen Zusammenhang zwischen den Zuständen im Pflegebereich und dem Vorhandensein fachlich gut ausgebildeter und anständig bezahlter Pflegekräfte. Auch im Speditionsgewerbe muss für den Landtagskandidaten das Lohndumping angegangen werden. Für das Reinigungsgewerbe forderte er eine stärkere Kontrolle der Arbeitgeber. Diese seien für die Bezahlung verantwortlich und nicht der Auftraggeber von Reinigungsdienstleistungen.

Dem DGB Altötting macht die Zunahme von befristet Beschäftigten, von Leiharbeitnehmern, Werkvertragsbeschäftigten und Minijobbern große Sorge. Ein Tariftreuegesetz bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen wäre ein wichtiger Schritt, um die Tarifbindung in Bayern zu erhöhen. Leider wurde auch diese Gesetzesinitiative von der Landtagsmehrheit abgelehnt. Für den DGB und den Landtagskandidat Krichenbauer steht fest, Beschäftigte müssen mehr Wertschätzung in ihrer Arbeit erfahren. Für beide steht fest: Es gilt ein „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und jeder muss von dem Gehalt eines Vollzeitjobs auch leben können.

Ein weiteres Thema des Gespräches war die immer schwieriger werdende Wohnraumsituation im Landkreis Altötting. Gewerkschaftsmitglieder klagen immer öfter in den Gremien des DGB, dass bezahlbarer Wohnraum fehlt. Eine adäquate Mietwohnung zu finden, wird meist zum Lotteriespiel. Johann Krichenbauer sieht das differenzierter. „Bezahlbarer Wohnraum ist da, aber nicht wo er gebraucht würde“, so der Landtagskandidat. Für ihn sollte nicht nur sozialer Wohnungsbau, sondern auch der normale Wohnungsbau gefördert werden. Für den DGB Kreisverband kommt dem genossenschaftlichen Wohnungsbau und dem Wiedereinstig in den Bau von Werkswohnungen zukünftig eine zentrale Bedeutung zu.

Verstärkte Anstrengungen im Bildungsbereich sind für den DGB Kreisverband Altötting wichtig, um die Zukunftsfähigkeit der Region zu erhalten. Der DGB kritisiert, dass in Bayern immer noch eine soziale Selektion nach der Grundschule stattfindet. So haben Kinder aus Akademikerhaushalten seit Jahren eine zehnmal höhere Chance ein Gymnasium zu besuchen als ihre Altersgenossen aus Arbeiterfamilien. Aber auch bei der späteren Weiterbildung im Arbeitsleben mangelt es. Hier fordert der DGB ein allgemeines Weiterbildungsgesetz in Bayern, wie es fast alle anderen Bundesländer bereits haben. Johann Krichenbauer sicherte zu, dieses Vorhaben würde er als Abgeordneter im bayerischen Landtag unterstützen.

LTW Gespräch AÖ Krichenbauer

DGB

Gespräch LTK Krichenbauer AÖ

DGB


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