Deutscher Gewerkschaftsbund

08.05.2015

Stolpersteine für Rosenheim

1. Mai 2015 RO

DGB

Andreas Salomon setzte sich bei der Maikundgebung des DGB vehement für das Anbringen von „Stolpersteinen“ in Rosenheim ein. Bei dem mörderischen Versuch der Nazis, das jüdische Volk vollständig auszurotten, wurden 6 Millionen europäische Juden systematisch umgebracht. Darunter waren auch Bürger aus Rosenheim. Nach Orten der Erinnerung an die Opfer, nach Hinweisen oder nach Gedenktafeln oder Mahnmalen sucht man in Rosenheim vergebens, sieht man einmal von dem Kirchen­fenster und der kleinen unscheinbaren Tafel für Elisabeth Block in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus ab, die erst vor wenigen Jahren aufgehängt wurde. „Wir wollen uns der Opfer erinnern, wir wollen ihnen ihren Namen zurückgeben, den die Nazis ihnen genommen haben. Wir brauchen in Rosenheim eine Erinnerungskultur, damit nie vergessen wird, was die Nazis anrichteten und damit der Opfer immer wieder in der Öffentlichkeit würdevoll gedacht werden kann, so Andreas Salomon. „Die zu Nummern degradiert wurden, denen man all ihre Würde nahm, all diese sollen gewis­sermaßen wieder zu uns zurückkehren. Wenn wir ihre Namen auf Stolpersteinen lesen wollen, müssen wir uns bücken und damit verbeugen wir uns dann gleichzeitig vor ihnen“, so Salomon weiter. Bei der Stadt Rosenheim liegen Anträge zur Verlegung von Stolpersteinen sowohl vom DGB als auch von den Grünen vor. Noch ist die Stadt zögerlich. Zurzeit werden in Rosenheim von Interessierten die Schicksale der Betroffe­nen erforscht und es wird  versucht, Angehörige zu finden, um deren Erlaubnis für die Verlegung von Stolpersteinen einzuholen. Der allererste Stolperstein in Rosenheim soll vor der Mädchenrealschule verlegt werden und er soll an Elisabeth Block erinnern. Elisabeth Block wurde am 12.02.1923 in Niedernburg bei Rosenheim gebo­ren. Am 17. November 1938 schrieb sie in ihr Tagebuch: “Nun ist das von Mutti schon so lang Geahnte geschehen. Ich und auch Trudi und Arno dürfen nicht mehr zur Schule gehen. Mit furchtbar schwerem Herzen trennte ich mich von meinen Mitschülerinnen.“ 8. März 1942 bricht das Tagebuch abrupt ab. Die gesamte Familie kommt in das polnische Lager Piaski. Dann verliert sich ihre Spur. Elisabeth wurde nur 19 Jahre alt. Der DGB Kreis- und Stadtverband setzt sich deshalb auch dafür ein, die Städtische Realschule für Mädchen in Rosenheim in „Elisabeth Block Realschule“ umzubenennen. Wir müssen der Schule zeigen, dass die Öffentlichkeit diese Namensgebung wünscht. Denn wie könnte man auf die schreckliche Naziherrschaft besser antworten, unter der die Juden von den Schulen geworfen wurden, als damit, eine jüdische Schülerin dieser schrecklichen Zeit, heute zur Namensgeberin der Schule zu machen. Das wäre ein  deutliches Zeichen gegen jede Spielart von Rassismus und Demokratiefeindlichkeit.

Andreas Salomon rief die Zuhörerinnen und Zuhörer auf: „Wann immer die Nazis sich in Rosenheim zeigen, treten wir ihnen mit Plakaten entgegen, auf denen steht, dass Rosenheim bunt ist. Aber dazu gehört auch eine intensive Erinnerungskultur.

Deswegen: Stolpersteine für Rosenheim

Städtische Realschule für Mädchen Elisabeth Block“


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16.12.2014

Stolpersteine auch für Rosenheim


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