Deutscher Gewerkschaftsbund

29.04.2015

Podiumsdiskussion Burghausen TTIP


Nach oben
16.01.2015

Gute Arbeit - Sichere Renten

Neujahrsempfang der DGB Kreisverbände Altötting und Mühldorf

Der Neujahrsempfang der DGB Kreisverbände Altötting und Mühldorf stand in diesem Jahr unter dem Thema „Gute Arbeit – Sichere Renten“. Als Hauptrednerin konnte dazu der DGB Kreisverbandsvorsitzende für Altötting, Günter Zellner, die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Dr. Verena Di Pasquale in der Kantine der AlzChem in Hart a.d. Alz begrüßen. Unter dem Applaus von über 60 Zuhören stellte Di Paspuale fest: „Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1.01.2015 ist ein großer Erfolg der Gewerkschaften. Ohne unsere Kampagne in den letzten 10 Jahren wäre er jetzt nicht Wirklichkeit.“ 

In Bayern werden rund 18 % der abhängig Beschäftigten vom Mindestlohn profitieren. Sie haben ab Beginn dieses Jahres mehr Geld in der Tasche. „Allerdings stellen wir fest, dass einige Arbeitgeber beginnen Schlupflöcher zu nutzen“, so Verena Di Pasquale. Diese müssen nun umgehend geschlossen werden. Zum Beispiel gibt es Betriebe, die ihren Beschäftigten Naturalien ausgeben und diese beim Lohn anrechnen. Es kann nicht sein, dass Betreiber von Solarien ihren Angestellten nur sechs Euro in der Stunde bezahlen und den Rest auf 8,50 Euro als Bräunungsgutscheine ausgeben. „Deshalb sind intensive Kontrollen des Mindestlohns durch die Behörden nötig“, stellte die stellvertretende Vorsitzende fest. Auch die Aufzeichnungspflicht von Arbeitsstunden ist wichtig. Wie soll sonst die geleistete Arbeitszeit ordentlich bezahlt werden, wenn man sie vorher nicht erfasst.  

Nach Di Pasquale sollte es selbstverständlich sein, dass der Lohn ausreicht um davon Leben zu können. Deshalb sind weitere Schritte zur Eingrenzung der sogenannten „Prekären Beschäftigung“ nötig. 1,7 Mio. Menschen sind in Bayern von Armut bedroht. Das kann nicht hingenommen werden. 

Der DGB hat recherchiert, dass nach Daten der Deutschen Rentenversicherung in Bayern neu verrentete Männer durchschnittlich 949 Eure Rente beziehen. Frauen, die 2013 in Rente gingen, hatten durchschnittlich mit 529 Euro eine noch geringere Rente. „Viele erreichen mit ihren Rentenansprüchen nicht mal das Grundsicherungsniveau“, so Di Pasquale. Insgesamt befinden sich die Renten im Sinkflug, sagte sie. Das beschlossene Rentenpaket der Großen Koalition ist deshalb ein erster Schritt in die richtige Richtung, reicht aber bei weitem nicht aus um Altersarmut zu verhindern. Ein Durchschnittsverdiener muss mindestens 33 Jahre ununterbrochen arbeiten, um eine Rente über dem Niveau der Grundsicherung zu erhalten. Um das zu ändern, fordert der DGB eine moderate Anhebung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung. Damit könnte dem weiteren Absinken der Renten entgegengewirkt werden. Außerdem sind flexible Übergänge von der Arbeit in den Ruhestand nötig. 

Eins ist aber für die stellvertretende bayerische DGB Vorsitzende klar. Wer im Arbeitsleben prekär Beschäftigt war und schlecht bezahlt wurde, kann später auch keine hohe Rente bekommen. Deshalb ist dringend eine „Neue Ordnung“ der Arbeit nötig. Niedriglöhne und schlechte Arbeitsplätze müssen zurückgedrängt werden.

 


Nach oben