Deutscher Gewerkschaftsbund

16.03.2018

Vortrag: „Ein Weib, ein Wort! zum Internationalen Frauentag in Rosenheim

Die DGB Frauen Rosenheim haben anlässlich des Internationalen Frauentages die Historikerin Nadja Bennewitz zu dem Vortrag: „Ein Weib, ein Wort! - Reden berühmter Frauen in der Geschichte“, eingeladen. 

Christa Müller, Organisationssekretärin der DGB Region Oberbayern, begrüßte die vielen Gäste und versprach einen interessanten Abend. Ein besonderes Willkommen galt der Referentin des Abends. 

Dass Frauen vor Publikum das Wort ergriffen, war keine Errungenschaft der neuen deutschen Republik. „Die Tradition öffentlicher Reden von Frauen geht weiter zurück: Schon in der Französischen Revolution äußerten sich Frauen in geschliffenen, ausgefeilten Reden zu ihren Rechten“, führte Frau Bennewitz aus. Im deutschen Kaiserreich des 19. Jahrhunderts war Frauen jede Agitation durch ein Vereinsgesetz (1850-1908) untersagt. Deshalb setzte die Forderung nach dem Frauenwahlrecht in Deutschland recht spät ein. Politische Strömungen durch die sozialistische Arbeiterbewegung haben dann eine Wende eingeläutet. Proletarische Kämpferinnen, die sich nun, „geschult“ durch ihre gewerkschaftliche Arbeit, trauten, in der Öffentlichkeit zu sprechen.

Nach der Einführung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918 haben sich rund 90 Prozent der wahlberechtigten Frauen an den Reichstagswahlen 1919 beteiligt. Als erste Frau im Parlament sprach am 19. Februar 1919 die sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz (Gründerin der Arbeiterwohlfahrt).

Ein emotionaler Höhepunkt des Vortrages von Nadja Bennewitz war das Original-Tondokument der Rede von Clara Zetkin als Alterspräsidentin auf der konstituierenden Sitzung des Reichstages am 30. April 1930. Durch Krankheit geschwächt hatte die 73jährige „die Gewalt der braunen Bande“ erkannt und „die Einheitsfront aller Werktätigen gegen den Faschismus“ eingefordert.

Dr. Elisabeth Selbert, eine der "Mütter" des Grundgesetzes, setzte sich dafür ein, dass im Artikel 3 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ verankert wurde.

Mit dem Satz: "Es gibt nichts langweiligeres, als wenn drei Männer hintereinander reden", von Julie Meyer, die sich in der Weimarer Republik in die Politik einmischte, beendete Frau Bennewitz ihren sehr interessanten Vortrag noch mit den Worten: „In der Tat: Das muss nicht sein!“ 

Christa Müller bedankte sich bei der Referentin für diesen Rückblick in die Geschichte der Frauenbewegung. „Auch den mutigen Frauen gebührt unser Respekt und unsere Dankbarkeit“, so Christa Müller.

Sie wies auf die wichtigen anstehenden Betriebsratswahlen und die Landtagswahlen hin. Angesichts der Tatsache, dass der Frauenanteil in der neuen Bundesregierung wieder gesunken ist, rief sie die Frauen auf: „Wählen gehen – Frauen wählen!“

 


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