Deutscher Gewerkschaftsbund

27.07.2017
Minijobs und Leiharbeit abschaffen

DGB Gespräch mit SPD Kandidatin

Der DGB Kreisverbandsvorstand Altötting traf sich in dieser Woche zum inhaltlichen Austausch mit der Bundestagskandidatin der SPD im Wahlkreis Altötting, Annette Heidrich. Die Forderungen der Gewerkschaften zu den Themen Rente und Arbeitsmarkt standen dabei im Mittelpunkt. Heidrich sagte dabei dem DGB ihre Unterstützung für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung zu. Zur Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahre ist für sie klar: „Minijobs und die Leiharbeit gehören abgeschafft.“ 

Die gesetzliche Rentenversicherung wieder zur tragende Säule der Alterssicherung zu entwickeln, ist für die Gewerkschaften einer der wichtigsten Punkte der nächsten Bundesregierung, stellte der DGB Regionsgeschäftsführer, Günter Zellner, zu Beginn der Diskussion fest. „Das Rentenniveau muss auf dem derzeitigen Stand von 48 Prozent stabilisiert und langfristig wieder erhöht werden“, so Zellner. Der DGB hat dazu ein Konzept erarbeitet, das schnell umzusetzen und vor allem auch finanzierbar ist.

Für Annette Heidrich ist die derzeitige Diskussion, ein Absinken des Rentenniveaus auf unter 46 % zu verhindern, zu kurz gesprungen. „Das ist zu wenig. Es muss wieder auf die 50 % gehen“, sagte die Bundestagskandidatin der SPD im Gespräch. Das ist auch deshalb wichtig, da viele Frauen von ihrer Rente allein nicht leben können. Auf der anderen Seite müssen endlich wieder vernünftige Löhne gezahlt werden. Nur wer einen entsprechenden Beitrag in die Rentenkasse leistet, kann später auch eine gute Rente bekommen.

Der DGB tritt dabei für eine Neuregelung von Leiharbeit, Werkverträge und geringfügiger Beschäftigung ein. „Gute Arbeit braucht Regeln“, so Regionsgeschäftsführer Günter Zellner. Die gelaufenen Arbeitsmarktreformen müssen überprüft und die Deregulierung am Arbeitsmarkt beendet werden. Annette Heidrich geht da noch weiter. Für sie gehören die „Minijobs abgeschafft, genauso die Leiharbeit“.

Einig sind sich DGB und SPD Kandidatin bei der zukünftigen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Beide plädieren dafür eine Erwerbstätigenversicherung einzuführen, in die alle Beschäftigten einzahlen. Zu diesem Thema sprach Heidi Stefan Brenner, Vertreterin der DGB Frauen, die Mütterrente an. „Das Dritte Jahr für Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, ist auf alle Fälle notwendig“, so Stefan-Brenner - allerdings aus Steuermitteln finanziert. „Damit auch die sich daran beteiligen, die nicht in die Rentenkasse einzahlen, wie Unternehmen oder Bundestagsabgeordnete.“

Ebenso einig war man sich bei der diskutierten Anhebung des Renteneintrittsalters. „Eine Ausweitung auf 70 Jahre ist klar abzulehnen. „Die meisten Arbeitnehmer schaffen das nicht. Für Schichtarbeit ist die 67 meist schon nicht erreichbar“, stellet der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende, Daniel Berger, fest. Es ist dringend zu überlegen, ob für besonders geforderte Personengruppen das Rentenalter wieder gesenkt wird.

Weitere Gesprächspunkte in der Diskussion waren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Bildungspolitik im Freistaat Bayern.

 

Gespräch mit SPD Annette Heidrich

Johann Leichnam


Nach oben

Jetzt unterschreiben!

DGB-Rentenkampagne

Unterschriftenaktion

Europäische Bürgerinitiative

08.03.2016
Da­ten­schut­z­er­klä­rung Deut­scher Ge­werk­schafts­bund
Der DGB erhebt auf seinen Internetauftritten Daten über die Nutzung der Webseiten. Diese Datenschutzerklärung informiert, welche Daten wie und zu welchem Zweck gespeichert und genutzt werden.
weiterlesen …

Direkt zu Ihrer Gewerkschaft

DGB-Infoservice einblick

Gegenblende